Fernwärmezentrale ZAB

Bazenheid

Facts & Daten

Bauherr ZAB Zweckverband Abfallverwertung, 9602 Bazenheid 
Projektleitung Schällibaum AG - Erich Bischof 
PL Architektur Schällibaum AG - Patrik Schällibaum 
Bauleitung Schällibaum AG - André Studer 
Geomatik Schällibaum AG - Gebhard Merk 
Planung / Ausführung 2022 - 2026 
Leistungen Architektur-, Ingenieur- und Geomatikleistungen
Strategische Planung bis Ausführung
3D-Planung Erweiterungsbauten
3D-Aufnahme kompletter Bestand
BIM
 
    
Erfolgsgeschichte

Seit über einem Vierteljahrhundert dürfen wir mit ZAB, dem Zweckverband Abfallverwertung in Bazenheid, Erfolgsgeschichte schreiben. In äusserst beeindruckender und visionärer Weise hat sich ZAB seit 1999 von einer einfachen Kehrichtverbrennungsanlage zu einem hochmodernen, zukunftsweisenden Energiepark entwickelt. Wir durften seit Beginn dieser Entwicklung die damit verbundenen baulichen Projekte mit all unseren Disziplinen begleiten und die Bauingenieur-, die Architektur- und die Geomatikleistungen erbringen.

Mehr zu dieser Erfolgsgeschichte im Video:

Projektbeschrieb

Ersatz 20bar Turbine mit Wärmezentrale (im Bau)
Nachdem in den Jahren 2018 – 2022 die thermischen Anlagen (Feuerung, Kessel Ofenlinie 3, Entstaubungsanlage und nasschemische Reinigung mit Trockenreinigungsstufe) optimiert wurden, folgte von 2025 bis 2026 der Ersatz der bestehenden 20bar Turbine. Die ältere der beiden bestehenden Turbinen wurde durch eine 40bar Turbine ersetzt. Durch die leistungsstärkere Turbine lassen sich die Wärmenutzung und die Stromproduktion effizienter koppeln, sodass nebst Bazenheid und Kirchberg zukünftig auch das benachbarte Jonschwil und die Stadt Wil mit Fernwärme von der ZAB versorgt werden können.

Die neue Wärmezentrale ist im Zwischengeschoss des Erweiterungsbaus untergebracht. Durch die Einbindung der neuen Anlagen waren nebst der Erweiterung aufwändige Baumassnahmen im Bestand notwendig. Auf dem Sockel der Erweiterung in Massivbauweise steht ein Stahlgerippe, welches den LUKO (Luftkondensator = Prozess von Dampf zurück zu Wasser) trägt. Die Wärmezentrale wie auch der LUKO sind mit einer Metallfassade versehen. Gewisse Flächen sind mit Profilgläsern und Lichtinstallationen versehen. Die Fassaden entstanden in Zusammenarbeit mit Daniel Robert Hunziker, Emanuel Tschumi und Kai Bührer, welche den Künstler-Wettbewerb zur Fassadengestaltung für sich gewinnen konnten. 

Tiefgarage (Baustart 2026)
Im Rahmen der ersten Etappe des Bauprojekts wird für die Unterbringung der künftigen E-Sammel-Fahrzeugflotte sowie für die Mitarbeiter der ZAB eine Tiefgarage mit entsprechender Ladeinfrastruktur gebaut. Die Tiefgarage mit zwei Etagen ist auf beiden Geschossen ebenerdig zugänglich und kommt zwischen Energiepark und dem alten Sortierwerk zu liegen. Der Prozess der P – Rückgewinnung ist in den Stockwerken oberhalb der Tiefgarage geplant.

Posphor (P) - Rückgewinnung (in Planung)
Die Thermischen Anlagen Bazenheid bestehen aus der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) und der Schlammverbrennungsanlage (SVA). Die angelieferten Abfälle werden mit geeigneter und moderner Technik thermisch behandelt. In den Kesseln wird die bei der Verbrennung produzierte Wärme in Form von Dampf zurückgewonnen. Der Dampf wird als Wärme direkt genutzt: Komfort- bzw. Fernwärme in Form von warmem Wasser für Haushaltungen und Prozesswärme in Form von Dampf für die Industrie. Darüber hinaus wird aus dem Dampf mit Turbinen Strom produziert.

In allen Prozessen wird sichergestellt, dass nur geringe Emissionen verursacht werden. Das Rauchgas wird aufwändig gereinigt und die herausgefilterten Schadstoffe werden recycliert oder deponiert. Die Verbrennungsschlacke wird nach der Rückgewinnung der Metalle (Eisen, Aluminium, Kupfer, Edelmetalle, etc.) als Schlackensand auf der Deponie deponiert. Die phosphorhaltige Klärschlammasche wurde bisher ebenfalls deponiert. Mit dem neuen Prozess der Phosphor Rückgewinnung ist diese Deponie nicht mehr notwendig. Die Klärschlammasche wird mit einem neuartigen Prozess zu Phosphordünger verarbeitet, womit eine der ersten Phosphor-Recyclingstationen der Schweiz entsteht.