Facts & Daten
| Bauherr | Gemeinde Lütisburg, 9604 Lütisburg | |
| Projektleitung | Schällibaum AG - Andreas Rhyner Schällibaum AG - Dominik Schönenberger | |
| Planung / Ausführung | 2024 - 2027 | |
| Baukosten | 7.5 Mio. | |
| Leistungen | Ingenieur- und Geomatikleistungen Hangstabilisierung, Stützmauern, Geotechnik Rapid Mapping, Geo Monitoring, Überwachungsmessungen Bauprojekt bis Ausführung | |
Ausgangslage
An der Letzistrasse eingangs Lütisburg haben sich von 2023 bis 2024 mehrere Rutschungen ereignet. Im Herbst 2024 ereignete sich ein grosser Hangrutsch von rund 4500 m3 Volumen, der sowohl die Letzistrasse als auch die nördlich davon gelegenen Gebäude und die im Gehweg verlaufenden Gasleitungen gefährdet. Die Letzistrasse musste deshalb für jeglichen Strassenverkehr gesperrt und der Druck in der Gasleitung reduziert werden.
Das Rutschgebiet befindet sich im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (Thurlandschaft zwischen Lichtensteig und Schwarzenbach) und im Auengebiet von nationaler Bedeutung (Thur und Necker bei Lütisburg). Die entsprechenden Schutzziele müssen bei der Realisierung der Hangsicherung beachtet werden.
Projektbeschrieb
Um eine Ausdehnung des Rutsches zu verhindern, wurde Ende Oktober 2024 als Sofortmassnahme eine filterstabile Schüttung von rund 1000 m3 Volumen eingebaut.
Als permanente Massnahme zur Sanierung des Hangrutsches und Sicherung der Letzistrasse wird eine verdeckte Stützmauer am Böschungsfuss erstellt.
Die Stützmauer ist auf Pfahlböcken mit Pfählen von ø80 cm im Abstand von 3.00 Meter fundiert. Die darüberliegende Fundamentplatte liegt auf einer Filterpackung, damit sich hinter der Stützmauer kein Wasserdruck aufbauen kann. Die Stützmauer hat eine Höhe von max. 8.40 Meter und ist mit ungespannten Ankern im anstehenden Fels verankert, so dass der dahinterliegende Hang mit einer Neigung von 2:3 naturnah erstellt und den nebenan liegenden Hangpartien angeglichen werden kann. Die Bepflanzung des Hanges zwischen der Stützmauer und der Letzistrasse kann frei und damit den Schutzanforderungen angepasst gewählt werden.
Die Stützmauer wurde, so weit statisch und konstruktiv wirtschaftlich, Richtung Hang verschoben, um sie auch thurseitig überschütten zu können. Der thurseitige Aufbau wird mit einem erdbewehrten Stützsystem erstellt. Die Elemente des Stützsystems bestehen aus Metallgittern mit variablen Neigungen und Längen. Dadurch kann die thurseitige Überdeckung mit einer geeigneten Bepflanzung möglichst naturgetreu ausgebildet werden.